Artenbestimmung von Flechten und Moosen im Gelände

Parmelia sulcata – häufige Blattflechte an Borken, wichtige Zeigerart
Parmelia sulcata – Gefurchte Schüsselflechte, häufige epiphytische Blattflechte – Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wuchsformen von Flechten

Flechten wachsen in drei grundlegenden Wuchsformen, die bereits bei der Feldbestimmung hilfreich sind:

Häufige epiphytische Flechtenarten

Epiphytische Flechten wachsen auf Baumrinde und sind die Zielgruppe der Lichenindikation für Luftqualität. Zu den häufigsten Arten in deutschen Wäldern zählen:

Parmelia sulcata

Parmelia sulcata (Gefurchte Schüsselflechte) ist eine der häufigsten Blattflechten an Borken in Deutschland. Sie ist mittel empfindlich gegenüber Luftschadstoffen und eignet sich für die Abgrenzung von belasteten und weniger belasteten Bereichen.

Evernia prunastri – Eichenmoos, mäßig empfindliche Strauchflechte
Evernia prunastri – Eichenmoos, als passive Sammler für Schwermetall-Biomonitoring genutzt – Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Evernia prunastri

Evernia prunastri (Eichenmoos) ist eine häufige Strauchflechte mit lappenartigem Thallus. Sie ist mäßig empfindlich gegenüber Schwefeldioxid und toleriert moderate Stickstoffbelastung. Evernia prunastri wird häufig in Transplantationsexperimenten eingesetzt, da sie sich gut in Käfigen oder Netzen fixieren lässt.

Xanthoria parietina

Xanthoria parietina (Gelbe Wandflechte) ist an ihrer leuchtend orangen bis gelben Farbe leicht zu erkennen. Sie ist stickstofftolerant und tritt daher in der Nähe von Vogelnestern, landwirtschaftlichen Gebäuden und stark stickstoffbelasteten Standorten auf. Ihr Auftreten kann ein Indikator für Stickstoffüberschuss sein.

Häufige Moosarten im Biomonitoring

Pleurozium schreberi

Pleurozium schreberi (Rotstängelmoos) ist in mesisch-sauren Nadelwäldern, besonders in Kiefern- und Fichtenwäldern, flächig verbreitet. Es ist eine der Standardarten des Europäischen Moos-Biomonitoring-Programms. Erkennungsmerkmale: flache, roter Stängel, regelmäßig einseitig beblätterte Zweige.

Hypnum cupressiforme

Hypnum cupressiforme (Zypressenartiges Schlafmoos) ist ein äußerst variables und weit verbreitetes Moos, das auf Rinde, Gestein und Boden vorkommt. Es gehört zu den Standardarten im europäischen Moos-Monitoring.

Bestimmungsmerkmale im Gelände

Zur Bestimmung im Gelände werden benötigt: eine Lupe (10x), ein Bestimmungsschlüssel (z. B. Wirth et al. für Flechten) und ein kleines Messer zum vorsichtigen Abheben von Proben. Die wichtigsten Merkmale sind:

Weiterführende Informationen: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bietet Informationen zu Gefäßpflanzen, Moosen und Flechten in Deutschland, auch im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategie.

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